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SPD-Bundestagsabgeordneter der 16. Legislaturperiode

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Unterwegs im Wahlkreis

"Rote Karte für Politiker!"

"Auf dem heißen Stuhl?" - Kucharczyk bei einer Tagung des CVJM-Westbundes in Wuppertal.
Im Kreuzfeuer? Der Jugendpolitiker und jungen Politikern.
"Alles im grünen Bereich!" - Handzeichen als Stimmungsbarometer.
"Hart aber fair!" - da nahm man am Ende doch gern zum "Familienbild" Aufstellung.
Am 04. Oktober 2007 hat der bergische Bundestagsabgeordnete Jürgen Kucharczyk den "Kombikurs" des CVJM-Westbundes in Wuppertal besucht. An diesem Mitarbeiterseminar in den Herbstferien nahmen insgesamt 47 Jugendliche und junge Erwachsene ab zwölf Jahren aus dem Großraum Wuppertal teil, um sich für Ihre Aufgaben in der Kinder- und Jugendgruppenarbeit des CVJM ausbilden zu lassen.


Klare Regeln

Nicht nur im Sport, sondern auch bei politischen Diskussionen gibt es klare regeln - andernfalls wird die "Rote Karte" gezückt. Die Regeln waren vergleichsweise hart - aber fair. Die Antworten mussten kurz sein und durften die Dauer von einer Minute nicht überschreiten. Auch mussten die Fragen präzise beantwortet werden. Im Großen und ganzen waren die Mitglieder des CVJM mit dem Politiker zufrieden: Sie bescheinigten dem "engagiertem Jugendpolitiker (...) im Großen und Ganzen seiner Zielgruppe gewachsen" zu sein und bekam so von den Jugendlichen meistens die grüne Karte gezeigt. Nur selten gingen die Roten Karten nach oben und es gab Nachfragen, Gegenargumente oder die klare Ansage: "Sie haben nicht auf die Frage geantwortet."


Dreißig Wochen in Berlin

Bundestagsabgeordneter könne man nur mit dem Rückhalt der eigenen Familie sein, so Kucharczyk. Bei bis zu dreißig Wochen in Berlin und den vielen Terminen im Wahlkreis müsse man sehr darauf achten, dass die Familie nicht zu kurz käme. Besonders wichtig sei der gemeinsame Urlaub. Denn was in der Familie einmal kaputt sei, könne man nicht mehr so einfach reparieren.


Kinderbetreuung: Chance, aber kein Zwang

Kontrovers wurde die Frage der Kinderbetreuung diskutiert. "Werden die Eltern denn überhaupt noch gefragt?", wollte eine junge Mitarbeiterin angesichts der öffentlichen Diskussion wissen. Jürgen Kucharczyk versicherte: "Es gibt keinen Zwang zur Fremdbetreuung." Gute Betreuungsmöglichkeiten – keine Verwahranstalten – seien eine bessere Lösung als den Kindern einen Wohnungsschlüssel um den Hals zu hängen. Außerdem müsse Politik der Tatsache Rechnung tragen, das es immer mehr Familien gäbe, die nicht intakt seien, in denen Kinder nicht so aufgefangen und gefördert würden, wie es nötig sei. Er verwies in dem Zusammenhang auf seine langjährigen Erfahrungen als Jugendschöffe. Eine gute Kinderbetreuung wirke auch präventiv hinsichtlich Jugendkriminalität.


Kinderrechte in die Verfassung

Derzeit diskutiere man im Deutschen Bundestag die Aufnahme der Kinderrechte in die Verfassung, so Kucharczyk. Bisher rangierten die Rechte der Kinder immer hinter den Rechten der Eltern. Doch Kinder hätten eigenständige Rechte. Dies würde sich aber nur dann auch in der Rechtssprechung niederschlagen, wenn die Kinderrechte als eigenständige Rechte im Grundgesetz verankert würden. Der Staat könne dann Kinder wirksamer schützen. Die Chancen für eine Verankerung der Kinderrechte in der Verfassung seien noch nie so gut gewesen wie jetzt. Allerdings brauche man dafür eine Zweidrittelmehrheit. Die Kinder- und Jugendpolitiker seien sich in dieser Frage fraktionsübergreifend einig. Andere gelte es noch zu überzeugen.


Klimaschutz

Ein Teilnehmer bemängelte, dass Maßnahmen zum Klimaschutz von der Politik viel zu zögerlich in Angriff genommen würden. "Wir müssen jetzt wirklich die Ärmel hochkrempeln", entgegnete Kucharczyk. Allerdings könne man den Kohlendioxid-Ausstoß nur auf internationaler Ebene wirksam reduzieren.

Der Besuch von Jürgen Kucharczyk fand im Rahmen der diesjährigen bundesweiten Aktion "Miteinander reden - voneinander lernen: Politikerinnen und Politiker beim CVJM" statt, die der CVJM in diesem Jahr zum elften Mal in Folge durchführt.

Bundesjugendministerin Dr. Ursula von der Leyen hat die Schirmherrschaft dafür übernommen.

Der Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung des CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V., Referat Jugendpolitik, Im Druseltal 8, 34131 Kassel von deren Internetpräsenz übernommen.